Achtung für die Gesprächspartner*innen, denen auf Augenhöhe begegnet wird, und deren Autonomie es zu respektieren und zu stärken gilt, bestimmen die Grundhaltung, den „Geist“, in dem MI ausgeübt wird. Diese Haltung wird durch vier Elemente beschrieben:

Partnerschaftlichkeit

MI ist Zusammenarbeit von Expert*innen: Klient*innen sind Expert*innen für das eigene Leben und Beratende sind Expert*innen für die Begleitung von Veränderungsprozessen.

Entlockendes Arbeiten

Aufgabe der Beratenden ist es, Klient*innen zu unterstützen, die in ihnen schlummernden Stärken und Ressourcen aufzudecken und zu nutzen.

Anteilnahme

Einzige Absicht der Beratenden ist es, das Wohlergehen der Klient*innen zu fördern. Den Bedürfnissen der Klient*innen ist oberste Priorität beizumessen.

Akzeptanz

MI-Beratung holt das Gegenüber da ab, wo es ist, d.h. die Haltung der Berater*innen ist vorbehaltlos akzeptierend in Bezug auf den Punkt, an dem sich die Klient*innen im Veränderungsprozess befinden. Akzeptanz ist nicht mit Zustimmung zu verwechseln und wird von vier Aspekten definiert:

  • absolute worth – bedingungslose Annahme der/des Klient*in als Menschen (Carl Rogers: „unconditional positive regard“)
  • accurate empathy – die Welt durch die Augen der/des Klient*in sehen
  • autonomy support – die Autonomie der/des Klient*in respektieren in der Überzeugung, dass Menschen sich weiterentwickeln können und wollen
  • affirmation – im Sinne von Lösungs- und Ressourcenorientierung sucht MI nach den Stärken der/des Klient*in (und nicht nach „Problemreparaturen“).

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Respekt und Achtung für den Klienten sowie das Bestreben, die Autonomie des Klienten zu wahren, bestimmen die innere Einstellung.