“It’s simple, but not easy.“

MI ist ein weltweit anerkanntes Konzept zur Bewältigung von anspruchsvollen Gesprächen.

Motivational Interviewing (MI), im deutschen auch unter dem Begriff „Motivierende Gesprächsführung“ bekannt, wurde ursprünglich entwickelt, um therapieunwillige Suchtklienten für eine weitergehende Behandlung zu motivieren. Der amerikanische Suchtforscher und Psychologieprofessor Bill Miller und sein britischer Kollege Steve Rollnick entwickelten aus der Praxis der Arbeit mit Suchtkranken, die häufig als schwierig, d.h. unmotiviert und widerständig gelten, diesen Ansatz, der sich in zahlreichen empirischen Untersuchungen als effizient erwiesen hat. Ursprünglich als Vorbereitung für weitere Maßnahmen (z.B. Therapie) konzipiert, führte MI häufig ohne weitere Behandlung zu signifikanten positiven Veränderungen.

Miller und Steve Rollnick entwickelten das Konzept in den 1980er Jahren. Sie gingen davon aus, dass Menschen nicht per se veränderungsresistent sind, sondern dass sie Gründe sowohl für wie gegen eine Änderung ihres Verhaltens haben.

Würdigt die Fachkraft diese Haltung und beherrscht sie die spezifischen MI-Gesprächsprinzipien und -methoden, wird der/die sich anfangs ambivalent argumentierende und sich sträubende Gesprächspartner*in zum/zur Fürsprecher*in der eigenen Veränderung.

MI ist ein eklektischer Ansatz, d.h. die Methoden werden aus verschiedenen Verfahren (z.B. Gesprächstherapie, Kognitive Verhaltenstherapie, Kurzeittherapie) abgeleitet und weiterentwickelt (z.B. das aktive Zuhören). Die praxisorientierten Interventionen erwiesen sich als hoch kompatibel mit verschiedenen sozialpsychologischen Theorien (z.B. Reaktanztheorie von Brehm, kognitive Dissonanztheorie von Festinger, Selbstwahrnehmungstheorie von Brehm).

Die klassische Definition lautet „Motivational Interviewing ist eine klientenzentrierte, direktive Methode der Gesprächsführung, zur Förderung intrinsischer Veränderungsmotivation, durch Erforschen und Auflösen von Ambivalenzen.“ (Miller/Rollnick, 2002).

Aktuell unterscheiden Miller & Rollnick (Miller/Rollnick, 2012) drei Definitionen:

  • eine Laiendefinition („What is MI for?“):“Motivational Interviewing ist ein partnerschaftlicher Stil der Gesprächsführung, um die Eigenmotivation und Bereitschaft einer Person für Veränderung zu stärken.“
  • eine Praktikerdefinition („Why would I use MI?“):„Motivational interviewing ist eine personenzentrierte Beratungsmethode, mit der das verbreitete Problem der Ambivalenz gegenüber Veränderung bearbeitet wird.“
  • und eine technische Therapeutendefinition   („How does MI work?“):„Motivational interviewing ist eine partnerschaftliche, zielorientierte Art der Kommunikation, die besonders veränderungsbezogene Äußerungen in den Blick nimmt. MI ist darauf ausgerichtet, persönliche Motivation für und Änderungsbereitschaft auf ein bestimmtes Ziel zu stärken, indem die eigenen Gründe der Person für eine Veränderung in einer Atmosphäre von Akzeptanz und Anteilnahme entlockt und erkundet werden. “

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Was ist MI?

„Motivational Interviewing ist eine klientenzentrierte, direktive Methode der Gesprächsführung, zur Förderung intrinsischer Veränderungsmotivation, durch Erforschen und Auflösen von Ambivalenzen.“

(Miller/Rollnick, 2002).